Energiewendeworkshops: Wie Unternehmen die Zukunft aktiv gestalten können

In unserer aktuellen Podcastfolge hier anhören spreche ich, Prof. Dr. Claus Hartmann, über meine Arbeit in der Energiewende und die Energiewendeworkshops, die ich für Unternehmen anbietet. In diesem Blogbeitrag fassen wir die wichtigsten Inhalte zusammen, beleuchten die Methoden, die dahinterstehen, und erklären, wie Unternehmen durch gezielte Workshops strategische Herausforderungen meistern können.

Die Idee hinter Energiewendeworkshops

„Zum Beispiel die Workshops, die ich in meiner Selbstständigkeit mache, sind gerne Energiewendeworkshops, so würde ich sie bezeichnen. Das sind in der Regel Strategieworkshops, wo es um die zukünftige Ausrichtung eines Unternehmens geht“

Die Workshops richten sich überwiegend an Stadtwerke, Energieversorger und Unternehmen im Energiesektor, die vor den Herausforderungen der Energiewende stehen. Ziel ist es, nicht nur die kurzfristigen Probleme zu adressieren, sondern langfristige Strategien für neue Geschäftsmodelle und nachhaltige Energieversorgung zu entwickeln.

Die Workshops sind mehr als nur ein Tagestermin. Sie sind Teil eines komplexen Prozesses, der Vor- und Nachbereitung umfasst, um sicherzustellen, dass die im Workshop entwickelten Maßnahmen auch tatsächlich umgesetzt werden.

Typische Themen: Von der Wärmewende bis zur Digitalisierung

Ein zentraler Schwerpunkt der Workshops ist die Wärmewende. Stadtwerke sehen sich hier vor erhebliche Herausforderungen gestellt:

„Wir haben häufig bei Stadtwerken die Herausforderung, dass die seit Jahrzehnten billiges Erdgas haben einkaufen können, teilweise natürlich oder überwiegend aus Russland. […] Das führt dazu, dass die Netzentgelte steigen. Also das ist schon so ein Teufelskreis, wo die vielen Stadtwerke drin sind, dass sie jetzt beim Thema Erdgas davon wegkommen müssen und sie sich überlegen müssen, wie sie es schaffen, ein neues Geschäftsmodell aufzubauen.“

Dabei geht es nicht nur um die technische Umsetzung, sondern auch um neue Geschäftsmodelle, zum Beispiel Contracting-Modelle für Wärmepumpen oder Fernwärme. Auch die Modernisierung bestehender Infrastrukturen und der Einsatz erneuerbarer Energieträger spielen eine Rolle.

Ein weiteres Thema ist die Digitalisierung. Viele Stadtwerke möchten ihren Kundinnen und Kunden nicht nur Rechnungen präsentieren, sondern digitale Mehrwerte schaffen – von Apps über Mobilitätslösungen bis zu interaktiven Angeboten.

Wer nimmt an den Workshops teil?

Damit die Workshops effektiv sind, ist die Auswahl der Teilnehmer*innen entscheidend. Das ideale Setting ist wie folgt:

„Das perfekte Setting in einem Energiewendeworkshop ist tatsächlich die Geschäftsleitung. Gerne nicht nur der Geschäftsführer, die Geschäftsführer, sondern gerne auch ein paar Bereichsleiter dabei, vielleicht teilweise sogar Projektleiter, die dann auch in der Lage sind, das später umzusetzen. Und ganz wichtig auch der Aufsichtsrat oder die Gesellschafterversammlung.“

Die Teilnehmer*innenzahl liegt in der Regel bei 10 bis 15 Personen, wodurch ein intensiver Austausch und eine echte Entscheidungsfindung ermöglicht werden. Betriebsrat und Gesellschafter sind ebenfalls beteiligt, um alle Perspektiven zu integrieren und spätere Konflikte zu vermeiden.

Der Ablauf eines Energiewendeworkshops

Ein typischer Workshop dauert zwischen sieben und neun Stunden. Doch der Tag selbst ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Vorbereitung ist entscheidend:

  • Vorgespräche mit Geschäftsführung und Teilnehmer*innen
  • Vorabfragebogen, um individuelle Sichtweisen und Erwartungen zu erfassen
  • Kleingruppengespräche, in denen jede*r Teilnehmer*in seine Sicht darlegen kann

„Der eigentliche Tag beginnt immer tatsächlich mit dem Code of Honor. Das ist das, was ich unfassbar wichtig finde: dass man am Anfang über Werte spricht. Werte, die für den Tag wichtig sind. Werte, die aber auch für die weitere Zusammenarbeit wichtig sind“

Diese Werte bilden die Grundlage für einen vertrauensvollen, interaktiven Workshop, in dem alle Teilnehmer*innen aktiv eingebunden werden. Der Workshop lebt von der Mischung aus Impulsen, Interaktion und aktivierenden Übungen, sodass jede Stimme Gehör findet und konkrete Ergebnisse entstehen.

Hier die aktuelle Folge anhören!

Zwischenmenschliche Wirkung der Workshops

Die Workshops verändern nicht nur die strategische Ausrichtung eines Unternehmens, sondern auch das zwischenmenschliche Miteinander. Durch den offenen Austausch in einer geschützten Umgebung können langjährige Spannungen gelöst und neue Verständnisse entwickelt werden.

„Ich glaube schon, dass ich zwischenmenschlich in so einem Workshop deswegen unfassbar viel verändert, weil wir ja über Sachverhalte und Themen sprechen in einer Atmosphäre, die so gefühlt immer im Tagesgeschäft hinten runterfallen“

Besonders bei mehrtägigen Veranstaltungen entstehen oft intensive Beziehungen zwischen den Teilnehmer*innen. Gemeinsame Aktivitäten außerhalb des Workshops tragen dazu bei, dass sich Teams enger vernetzen und besser zusammenarbeiten.

Methodenkompetenz: Lernen von den Besten

Die Qualität eines Workshops hängt stark von Erfahrung und Methodik ab:

„Gelernt habe ich die meisten der Methoden tatsächlich in einem Vier- oder Fünftage-Programm bei Thorsten Körting damals. […] Und da haben wir tatsächlich mehrere Tage ganz unterschiedliche Methoden erarbeitet.“

Von klassischen Moderationstechniken über World Cafés bis zu modernen Kreativmethoden wie der Moving Challenge – alle Elemente zielen darauf ab, die Teilnehmer*innen aktiv zu machen und Veränderung im Denken und Handeln zu bewirken.

Die Methoden helfen, Kreativität freizusetzen, Entscheidungen zu strukturieren und die Umsetzung zu erleichtern. Dabei wird bewusst auf die Formulierung von Fragen und Sprache geachtet, um positive Zustände bei den Teilnehmer*innen zu fördern und den Workshop effektiv zu gestalten.

Praxisbeispiele und Erfolgsgeschichten

Ein besonders wirksames Beispiel ist die Moving Challenge: Teilnehmer*innen müssen unter Zeitdruck ein Video zu einem Unternehmens-Thema erstellen. Dies fördert Teamarbeit, Kreativität und schnelles Entscheiden.

Die Kombination aus methodischer Tiefe, aktiver Beteiligung und zwischenmenschlicher Dynamik sorgt dafür, dass die Ergebnisse der Workshops nachhaltig im Unternehmen wirken. Teilnehmer*innen verlassen den Workshop nicht nur mit neuen Strategien, sondern auch mit einem veränderten Verständnis für ihre Kollegen und deren Perspektiven.

Fazit: Warum Energiewendeworkshops entscheidend sind

Energiewendeworkshops sind weit mehr als reine Strategie-Sessions. Sie verbinden fachliches Know-how, Methodik und menschliche Dynamik, um Unternehmen fit für die Herausforderungen der Energiezukunft zu machen.

Durch sorgfältige Vorbereitung, klare Zielsetzung, interaktive Methoden und eine bewusste Wertediskussion entstehen umsetzbare Lösungen, die auf allen Ebenen getragen werden.

Wer sich für die Arbeit von mir interessiert, kann die komplette Podcastfolge hier anhören und tiefer in die Welt der Energiewendeworkshops eintauchen.