Wie Henning von Stechow Energiewende, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit zusammendenkt

Die Energiewende ist eines der meistdiskutierten Themen unserer Zeit. Kaum ein Bereich wird so kontrovers, emotional und gleichzeitig so technisch diskutiert wie die Frage, wie Deutschland künftig mit Energie versorgt werden soll. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Windräder, Solaranlagen oder einzelne Strompreise. Es geht um Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit, Klimaschutz, Netze, Speicher, Digitalisierung und um die Frage, ob Deutschland den Umbau seines Energiesystems als Belastung oder als strategische Chance versteht.

In der aktuellen Folge von „Energie im Wandel“ spreche ich mit Henning von Stechow, CEO von Prokon, über genau diese Fragen. Prokon ist seit mehr als 30 Jahren in der Energiewende aktiv und heute als Genossenschaft organisiert. Das Unternehmen steht damit nicht nur für erneuerbare Stromerzeugung, sondern auch für Beteiligung, Mitbestimmung und ein Stück gelebte Energiewende von unten.

Die zentrale Frage dieser Folge lautet: Wie gelingt es, die Energiewende so zu gestalten, dass sie günstigen Strom ermöglicht, Versorgungssicherheit gewährleistet und gleichzeitig ein Treiber für wirtschaftliche Stärke wird?

Henning von Stechow, Prokon und die Energiewende als Mitmachprojekt

Henning von Stechow beschreibt Prokon nicht einfach als klassischen Projektentwickler für erneuerbare Energien. Vielmehr erzählt er die Geschichte eines Unternehmens, das nach einer schwierigen Phase neu aufgestellt wurde und heute als Genossenschaft funktioniert. Aus früheren Gläubigerinnen und Gläubigern wurden Mitglieder. Aus einem Unternehmen wurde ein Beteiligungsmodell. Aus der Energiewende wurde ein Mitmachprojekt.

Das ist ein bemerkenswerter Punkt, weil die Energiewende häufig abstrakt diskutiert wird. Es geht dann um Gigawatt, Netzentgelte, Strommarktdesign oder regulatorische Eingriffe. All das ist wichtig. Aber am Ende ist die Energiewende auch eine Frage der Beteiligung. Wer investiert? Wer entscheidet mit? Wer profitiert? Wer übernimmt Verantwortung?

Prokon hat nach Angaben von Henning von Stechow mehr als 40.000 Anteilseignende. In der Generalversammlung gilt das genossenschaftliche Prinzip: Eine Stimme pro Mitglied. Unabhängig davon, ob jemand 50 Euro oder einen Millionenbetrag investiert hat. Damit wird Prokon zu einem spannenden Beispiel für demokratische Teilhabe in der Energiewirtschaft.

Genau hier zeigt sich ein wichtiger Unterschied zwischen reinem Ökostrommarketing und echter Energiewende. Es geht nicht nur darum, Strom als grünes Produkt zu verkaufen. Es geht darum, Erzeugung, Verbrauch, Finanzierung und Verantwortung näher zusammenzubringen.

Warum die Energiewende nicht automatisch Strom teurer macht

Ein großer Teil des Gesprächs mit Henning von Stechow dreht sich um einen der hartnäckigsten Mythen der Energiewende: die Behauptung, erneuerbare Energien würden Strom grundsätzlich teurer machen.

Diese Aussage ist zu pauschal. Henning von Stechow macht im Interview deutlich, dass man sauber unterscheiden muss. Auf der Erzeugungsseite sind Wind- und Solarstrom heute ausgesprochen günstig. Die Kosten entstehen an anderen Stellen des Systems: beim Netzausbau, bei der Systemintegration, bei Steuern, Abgaben, Umlagen, Messsystemen, Flexibilitätsoptionen und regulatorischen Anforderungen.

Das bedeutet: Die Erneuerbaren sind nicht der Haupttreiber hoher Strompreise. Vielmehr müssen wir verstehen, dass ein neues Energiesystem auch neue Infrastruktur braucht. Wer viele dezentrale Erzeugungsanlagen, volatile Einspeisung und neue Verbrauchsstrukturen integrieren will, benötigt leistungsfähige Netze, digitale Steuerung und Flexibilität auf der Nachfrage- und Angebotsseite.

Ich habe im Gespräch deshalb auch zugespitzt gefragt:

„Macht die Energiewende unseren Strom wirklich teurer?“

Diese Frage ist entscheidend, weil sie in der öffentlichen Debatte immer wieder auftaucht. Die Antwort aus dem Gespräch ist klar: Erneuerbare Energien senken auf der Großhandelsseite häufig die Preise. Die Herausforderung besteht darin, diese Vorteile besser in das Gesamtsystem zu integrieren und beim Endkunden wirksam werden zu lassen.

Strompreise, Netze und die eigentliche Kostenfrage

Wenn in Deutschland über hohe Strompreise gesprochen wird, wird häufig alles in einen Topf geworfen. Erzeugungskosten, Netzentgelte, Steuern, Umlagen und Vertriebsmargen werden dann als ein Gesamtpreis wahrgenommen. Für die Debatte ist das verständlich, fachlich aber problematisch.

Henning von Stechow argumentiert im Interview, dass die Beschaffungsseite bei einem erneuerbaren Stromsystem perspektivisch der günstigste Teil ist. Teurer und investitionsintensiver sind die Netze. Das ist nachvollziehbar: Ein fossiles oder nukleares System mit wenigen Großkraftwerken hat andere Netzanforderungen als ein System mit vielen Wind- und Solaranlagen, Speichern, Wärmepumpen, Elektroautos und flexiblen Verbrauchern.

Trotzdem ist die Gesamtrechnung entscheidend. Ein fossiles Energiesystem ist stark abhängig von internationalen Brennstoffpreisen, geopolitischen Krisen und autoritären Lieferstaaten. Der Ukraine-Krieg hat gezeigt, welche volkswirtschaftlichen Risiken in fossiler Abhängigkeit stecken. Öl- und Gaspreise können massiv ausschlagen. Diese Risiken verschwinden nicht einfach.

Ein erneuerbares System hat andere Kostenstrukturen. Es braucht hohe Anfangsinvestitionen in Netze, Digitalisierung und Flexibilität. Dafür sinkt die Abhängigkeit von importierten Brennstoffen. Die Preisrisiken werden planbarer. Genau darin liegt ein zentraler wirtschaftlicher Vorteil der Energiewende.

Versorgungssicherheit braucht Flexibilität, Digitalisierung und Speicher

Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist das Thema Versorgungssicherheit. Auch hier kursiert ein hartnäckiger Mythos: Mehr erneuerbare Energien würden automatisch zu einem unsicheren Stromsystem führen.

Das greift zu kurz. Ein Stromsystem mit hohen Anteilen erneuerbarer Energien funktioniert anders als ein konventionelles System. Aber anders bedeutet nicht automatisch unsicherer. Entscheidend ist, ob das System richtig gestaltet wird.

Henning von Stechow nennt mehrere zentrale Bausteine: Netzausbau, Digitalisierung, Speicher, Flexibilität, Regulierung, Akzeptanz und erneuerbaren Ausbau. Besonders wichtig ist Flexibilität. Wenn Stromerzeugung stärker wetterabhängig wird, müssen Verbrauch, Speicherung und steuerbare Erzeugung intelligenter reagieren.

Das betrifft Batteriespeicher an PV-Parks ebenso wie flexible Biogasanlagen, industrielle Lastverschiebung, dynamische Stromtarife, Elektromobilität oder Wärmepumpen. Das System der Zukunft wird nicht nur mehr Strom erzeugen müssen. Es muss Strom dann nutzen, speichern oder verschieben können, wenn er verfügbar und günstig ist.

Im Gespräch habe ich es so formuliert:

„Flexibilitäten, kommen wir vielleicht gleich noch drauf, eines der Schlüsselworte der Energiewirtschaft der Zukunft.“

Genau das ist einer der roten Fäden dieser Folge: Ohne Flexibilität wird ein erneuerbares Stromsystem unnötig teuer. Mit Flexibilität kann es günstiger, stabiler und effizienter werden.

Prokon, echter Ökostrom und die Frage nach Greenwashing

Besonders spannend ist der Blick von Henning von Stechow auf Ökostromprodukte. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher glauben, mit jedem beliebigen Ökostromtarif automatisch die Energiewende zu unterstützen. In der Realität ist das komplizierter.

Häufig wird Strom an der Börse beschafft und zusätzlich mit Herkunftsnachweisen versehen. Das ist rechtlich zulässig, aber nicht immer gleichbedeutend mit zusätzlichem Ausbau erneuerbarer Energien. Henning von Stechow kritisiert genau diese Unschärfe. Ihm geht es darum, Erzeugung und Verbrauch stärker zusammenzubringen.

Prokon versucht nach eigener Darstellung, möglichst viel eigenen grünen Strom direkt an Haushalts- und Gewerbekunden zu liefern. Besonders interessant ist dabei die genannte Zeitgleichheit. An manchen Tagen könne ein hoher Anteil des Verbrauchs durch eigene Erzeugung gedeckt werden. Im Jahresdurchschnitt liege dieser Anteil niedriger, aber immer noch relevant.

Damit wird Strom greifbarer. Er ist nicht mehr nur ein anonymes Produkt aus der Steckdose. Er bekommt Herkunft, Erzeugungslogik und Verantwortung. Genau hier liegt ein wichtiger Hebel für Verbraucherinnen und Verbraucher: Die Kaufentscheidung kann die Energiewende stärken, wenn sie bewusst getroffen wird.

Denn echter Ökostrom ist mehr als ein Zertifikat. Er ist im besten Fall ein Instrument, um erneuerbare Anlagen, regionale Wertschöpfung und systemdienliche Produkte zu fördern.

Dynamische Tarife und die neue Rolle der Verbraucher

Im Gespräch mit Henning von Stechow geht es auch um dynamische Stromtarife. Sie sind ein wichtiger Baustein für ein flexibles Energiesystem. Denn sie geben Preissignale an Verbraucherinnen und Verbraucher weiter. Wenn viel Strom verfügbar ist, kann der Preis sinken. Wenn Strom knapp ist, steigt er.

Für Haushalte wird das besonders relevant, wenn steuerbare Verbraucher vorhanden sind: Elektroautos, Wärmepumpen, Batteriespeicher oder perspektivisch Home-Energy-Management-Systeme. Wer Lasten verschieben kann, kann von günstigen Zeitfenstern profitieren und gleichzeitig das Stromsystem entlasten.

Die Herausforderung liegt allerdings in der Umsetzung. Dynamische Tarife müssen verständlich, technisch sauber abbildbar und abrechenbar sein. Nicht jeder Haushalt wird sich täglich mit Viertelstundenpreisen beschäftigen wollen. Deshalb braucht es Automatisierung, einfache Produkte und digitale Schnittstellen.

Hier zeigt sich erneut: Die Energiewende ist nicht nur eine Frage der Erzeugung. Sie verändert auch die Rolle der Verbraucher. Aus passiven Stromkunden werden zunehmend aktive Marktteilnehmer. Manche erzeugen selbst Strom. Manche speichern Strom. Manche verschieben ihren Verbrauch. Manche entscheiden bewusster, von wem sie Strom beziehen.

Strommarktdesign und negative Preise als Signal

Ein weiterer zentraler Punkt der Folge ist das Strommarktdesign. Der heutige Strommarkt basiert stark auf Grenzkostenlogik und Merit Order. Wind- und Solarstrom mit niedrigen Grenzkosten verdrängen teurere Kraftwerke aus der Einsatzreihenfolge. Das senkt den Großhandelspreis, kann aber bei hoher Einspeisung und geringer Nachfrage auch zu negativen Preisen führen.

Negative Preise wirken in der öffentlichen Debatte oft absurd. Tatsächlich sind sie aber zunächst ein Signal: Es gibt zu wenig Flexibilität im System. Strom wird zu einem Zeitpunkt erzeugt, zu dem er nicht ausreichend verbraucht, gespeichert oder transportiert werden kann.

Die Lösung besteht nicht darin, erneuerbare Energien pauschal auszubremsen. Die Lösung besteht darin, Flexibilität aufzubauen. Speicher, flexible Verbraucher, Elektrolyseure, Wärmenetze, industrielle Prozesse und steuerbare Bioenergie können helfen, Stromüberschüsse sinnvoll zu nutzen.

Im Gespräch habe ich an einer Stelle gesagt:

„Das Thema Strommarktdesign würde ich noch gerne ansprechen.“

Genau dieses Thema wird in den kommenden Jahren entscheidend. Denn je höher der Anteil erneuerbarer Energien wird, desto wichtiger wird die Frage, wie Investitionen refinanziert werden, wie Flexibilität vergütet wird und wie Preissignale systemdienlich wirken.

Kritik an der aktuellen Energiepolitik

Henning von Stechow äußert sich im Gespräch auch kritisch zur aktuellen energiepolitischen Debatte. Besonders problematisch sieht er mögliche Änderungen beim Netzanschluss erneuerbarer Energien. Wenn das gesetzliche Anschlussrecht geschwächt und stärker auf privatvertragliche Aushandlung zwischen Netzbetreiber und Erzeuger verlagert würde, könnte das aus seiner Sicht zu erheblichen Verzögerungen führen.

Der Grund ist plausibel: Netzbetreiber stehen ohnehin unter hohem Transformationsdruck. Viele haben begrenzte personelle, technische und finanzielle Kapazitäten. Wenn der Druck zum Anschluss erneuerbarer Anlagen sinkt, könnten Projekte ins Stocken geraten. Für den Ausbau erneuerbarer Energien wäre das ein erhebliches Risiko.

Gleichzeitig zeigt das Gespräch: Energiepolitik muss mehrere Ziele gleichzeitig erfüllen. Sie muss Kosten begrenzen, Investitionssicherheit schaffen, Netze ertüchtigen, Akzeptanz fördern, Versorgungssicherheit gewährleisten und Klimaziele ermöglichen. Einzelmaßnahmen können schnell Nebenwirkungen entfalten, wenn sie nicht systemisch gedacht werden.

Gerade deshalb braucht es eine sachliche, entideologisierte Debatte. Nicht jede Kritik an Regulierung ist automatisch Lobbyismus. Nicht jede Sorge vor Kosten ist rückwärtsgewandt. Aber auch nicht jede Behauptung über angeblich teure Erneuerbare hält einer energiewirtschaftlichen Analyse stand.

Energiewende als Standortpolitik

Ein besonders wichtiger Gedanke aus der Folge ist die Verbindung von Energiewende und Standortpolitik. Häufig wird Klimaschutz als moralische oder ökologische Pflicht diskutiert. Das ist richtig, aber nicht vollständig. Ein erneuerbares Energiesystem ist auch eine wirtschaftliche Strategie.

Deutschland braucht künftig deutlich mehr Strom. Rechenzentren, Elektromobilität, Wärmepumpen, Industrieelektrifizierung und neue digitale Anwendungen werden den Strombedarf erhöhen. Wenn dieser Strom teuer, knapp oder importabhängig ist, belastet das die Wettbewerbsfähigkeit. Wenn er dagegen erneuerbar, günstig, planbar und systemisch gut integriert ist, kann er zum Standortvorteil werden.

Henning von Stechow macht deutlich, dass erneuerbare Energien nicht nur Klimaschutz ermöglichen. Sie können auch helfen, die deutsche Volkswirtschaft unabhängiger und robuster zu machen. Das ist gerade in geopolitisch unsicheren Zeiten ein strategischer Punkt.

Die Energiewende ist deshalb nicht nur eine Frage von CO₂-Bilanzen. Sie ist eine Frage von Industriepolitik, Resilienz und wirtschaftlicher Zukunftsfähigkeit. Wer heute in Netze, Speicher, Flexibilität, Digitalisierung und erneuerbare Erzeugung investiert, entscheidet mit darüber, wie wettbewerbsfähig Deutschland in zehn oder zwanzig Jahren sein wird.

Resilienz und Cybersicherheit in der Energiewirtschaft

Auch das Thema Resilienz spielt in der Folge eine Rolle. Die Energiewirtschaft ist kritische Infrastruktur. Windparks, Stromnetze, digitale Steuerungssysteme, Direktvermarktung, Fernzugriffe und Abrechnungssysteme sind potenzielle Angriffsflächen.

Henning von Stechow verweist darauf, dass die Branche sich intensiv mit Cybersecurity und digitaler Resilienz beschäftigt. Das ist notwendig, denn je digitaler das Energiesystem wird, desto wichtiger werden Schutzmechanismen, Redundanzen und klare Prozesse.

Die Energiewende schafft also nicht nur technische Herausforderungen durch volatile Einspeisung. Sie schafft auch neue Anforderungen an IT-Sicherheit, Kommunikation und Krisenfestigkeit. Ein modernes Energiesystem muss nicht nur klimafreundlich und wirtschaftlich sein. Es muss auch robust gegen Störungen, Angriffe und Ausfälle sein.

Hier zeigt sich erneut die Breite des Themas: Energiewende bedeutet nicht einfach, fossile Kraftwerke durch Windräder und Solaranlagen zu ersetzen. Sie bedeutet, ein neues Energiesystem zu bauen. Dieses System muss dezentraler, digitaler, flexibler und widerstandsfähiger sein.

Warum die Debatte über Energiewende präziser werden muss

Ein großes Problem der aktuellen Energiedebatte ist ihre Unschärfe. Begriffe wie „teuer“, „unsicher“, „subventioniert“ oder „unzuverlässig“ werden oft pauschal verwendet. Dadurch entsteht ein verzerrtes Bild.

Die Folge mit Henning von Stechow zeigt, wie wichtig Differenzierung ist. Ja, Netzausbau kostet Geld. Ja, Speicher und Flexibilität müssen aufgebaut werden. Ja, Regulierung muss besser werden. Ja, negative Preise zeigen Systemstress. Aber daraus folgt nicht, dass die Energiewende falsch ist. Es folgt, dass sie klug gestaltet werden muss.

Genau darin liegt der eigentliche Kern: Die Frage ist nicht, ob Deutschland ein erneuerbares Energiesystem braucht. Die Frage ist, wie schnell, wie effizient und wie systemdienlich es aufgebaut wird.

Wer die Energiewende ausbremst, spart nicht automatisch Kosten. Im Gegenteil: Verzögerungen können teuer werden, weil fossile Abhängigkeiten länger bestehen bleiben, Netzinvestitionen später unter höherem Druck erfolgen und industrielle Chancen verloren gehen.

Fazit: Henning von Stechow und Prokon zeigen, worum es wirklich geht

Die Folge mit Henning von Stechow von Prokon ist eine Einladung, die Energiewende nüchterner und gleichzeitig mutiger zu betrachten. Sie ist kein romantisches Nebenprojekt für Idealisten. Sie ist ein zentraler Umbau unserer wirtschaftlichen Infrastruktur.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Gespräch sind klar: Erneuerbare Energien machen Strom in der Erzeugung günstiger. Die großen Herausforderungen liegen in Netzen, Flexibilität, Digitalisierung und Regulierung. Versorgungssicherheit entsteht nicht durch Festhalten am alten System, sondern durch den intelligenten Aufbau eines neuen. Und echter Ökostrom ist mehr als ein Zertifikat – er kann ein bewusster Beitrag zur Energiewende sein.

Henning von Stechow bringt dabei eine Perspektive ein, die wirtschaftlich, systemisch und werteorientiert zugleich ist. Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Systemstabilität gehören für ihn zusammen. Genau diese Verbindung braucht die Energiewende.

Denn am Ende geht es nicht nur um Strompreise. Es geht um die Frage, wie Deutschland seine Energieversorgung so gestaltet, dass sie klimafreundlich, bezahlbar, sicher und wirtschaftlich tragfähig ist.

Oder anders gesagt: Die Energiewende ist nicht das Problem. Eine schlecht gestaltete Energiewende wäre das Problem. Eine klug gestaltete Energiewende dagegen ist eine der größten Chancen für Wirtschaft, Gesellschaft und kommende Generationen.

Hier kannst du die ganze Folge hören: Wie Henning von Stechow Energiewende, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit zusammendenkt